Red Bull-Junior Juri Vips: «Das war verdammt hart»

Von Mathias Brunner
Formel 1

​Der Este Juri Vips (19) tritt 2020 in der japanischen Super Formula an, der höchsten Einsitzerkategorie von Japan. Wenn alles gut läuft, werden wir ihn noch in diesem Jahr in einem AlphaTauri-Renner erleben.

Auf der ganzen Welt kämpfen die Menschen gegen die weitere Verbreitung von SARS-CoV-2 und um das Überleben der Kranken. Der internationale Motorsport ist beinahe komplett zum Erliegen gekommen. Aber es gibt auch Länder, in welchen gefahren wird. So gab es am 24./25. März in Fuji einen Test der Super Formula, der höchsten Monoposto-Kategorie von Japan – unter Ausschluss der Öffentlichkeit.

Für Juri Vips war dies die Gelegenheit, sich mit seinem 2020er Renngerät besser vertraut zu machen. Der 19jährige Este ist von Red-Bull-Motorsportberater Dr. Helmut Marko nach Japan geschickt worden, um sein Rennhandwerk zu verfeinern. Vips ist auf gutem Weg, um der nächste Red-Bull-Junior zu werden, der den Schritt in die Formel 1 schafft, in Form eines Tests bei AlphaTauri, im Idealfall noch 2020.

Vips gewann 2017 die deutsche Formel-4-Meisterschaft, 2018 und 2019 wurde er jeweils Gesamtvierter in der Formel 3. Dazu eroberte er im prestigeträchtigen Formel-3-Rennen von Macau 2019 den zweiten Rang hinter dem Niederländer Richard Verschoor.

Juri hat sich behutsam an seine Aufgabe in der Super Formula herangearbeitet. In den vier Testsitzungen erreichte er die Ränge 17, 7, 5 und 7. Insgesamt legte Vips mehr als 900 Kilometer zurück.

Danach meinte Vips: «Es tat gut, nach einer langen Pause wieder am Lenkrad eines Rennwagens zu sitzen. Mein Nacken kann bestätigen, dass ich gut 200 Runden gefahren bin, das war verdammt hart. Klar hatte ich mich im Winter fitgehalten, aber nichts ersetzt das echte Fahren.»

«Ich bin sehr zufrieden damit, wie der Test verlaufen ist. Wie immer bei Testfahrten zeigt die Zeitenliste nicht das ganze Bild. Noch fällt es mir nicht leicht, die Reifen so aufzuwärmen, dass ich auf einer einzelnen, schnellen Runde das Beste aus dem Gummi hole. Im vierten Testteil ging ich mit den weichen Walzen früh hinaus und fuhr Bestzeit, danach konzentrierte ich mich auf eine Rennsimulation. Die anderen Fahrer liessen sich die weichen Yokohama später aufziehen, als sich der Zustand der Piste verbessert hatte. Zudem kühlte es ab, was die Motoren freier atmen liess. Also fiel ich in der Tabelle ein wenig zurück. Aber das macht mir keine Sorgen, ich weiss, dass wir gut aufgestellt sind.»

«Ich habe diesen Test geniessen können. Für 2020 habe ich einen neuen Renningenieur erhalten, einen Kanadier. Das macht die Kommunikation ein wenig leichter. Ich gewöhne mich immer mehr an die japanische Kultur. Wir haben für 3./4. April einen weiteren Test geplant, und dann werde ich wohl in Japan bleiben, bis wir wieder Rennen fahren können. Klar würde ich gerne nach Estland zu meiner Familie fliegen, aber ich weiss nicht, ob ich es in der gegenwärtigen Situation wieder aus dem Land hinausschaffen würde. Und ich will kein Rennen verpassen.»

Am 2. März wurde bekannt, dass die Saisoneröffnung in Suzuka wegen der Coronakrise verschoben wird, das Gleiche gilt für das zweite Rennen von Fuji. Nach jüngstem Stand soll erstmals am 17. Mai in Autopolis gefahren werden.

Die Red Bull-Junioren 2020

Ende Januar 2020 erweiterte Red Bull das Nachwuchsprogramm um den 14jährigen Jak Crawford aus den USA, der 2019 Siebter der nordamerikanischen Formel-Ford-Meisterschaft geworden ist. Er fährt 2020 für Van Amersfoort Racing in Deutschland und Italien in der Formel 4, für jenes Team also, für welches einst auch der heutige GP-Sieger Max Verstappen fuhr.

Für das gleiche Team hat Red Bull-Junior Dennis Hauger 2019 überlegen den italienischen Formel-4-Titel geholt.

Das Programm der weiteren Junioren: Der Este Juri Vips (19) fährt im Team Mugen in Japan Super Formula, der Japaner Yuki Tsunoda wird für Carlin in der Formel 2 an den Start gehen. Vips ist 2019 in der Formel-3-EM Vierter geworden, der 19jährige Tsunoda wurde Neunter in der Formel-3-EM und Vierter in der Euroformula.

Der Neuseeländer Liam Lawson (17) fährt eine zweite Saison Formel 3, an seiner Seite tritt der Norweger Nennis Hauger (16) an. Ebenfalls in der dritten Automobilsport-Saison ist Jack Doohan, Sohn der Motorradlegende Mick Doohan. Der Australier ist ebenfalls in der Formel 3 zu finden, so wie Igor Fraga aus Brasilien.

Wann ihre Saison beginnt, weiss keiner: Bahrain ist bereits geplatzt, an Rennen in Zandvoort (2. Mai) und Barcelona (9. Mai) glaubt keiner. Realistischer ist ein Saisonbeginn auf dem Red Bull Ring am 4. Juli.

Der 15jährige Brite Jonny Edgar fährt neben Crawford in der Formel 4 von Italien und Deutschland.

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