Martin Brundle: Leise Kritik an George Russell

Von Otto Zuber
Wie Mercedes-Motorsportdirektor Toto Wolff bewertet auch GP-Experte Martin Brundle den Imola-Crash von George Russell und Valtteri Bottas als normalen Zwischenfall, den der Williams-Pilot hätte verhindern sollen.

Der Imola-GP bot viel Spannung und eine der spektakulärsten Szenen war zweifelsohne der Crash von George Russell und Valtteri Bottas, der zu einer Unterbrechung des Rennens führte. Die beiden Unfallbeteiligten waren sauer aufeinander und brachten das auch unmissverständlich zum Ausdruck, mittlerweile haben sich die Gemüter beruhigt und Russell, der mit einem Überholversuch für den Abflug gesorgt hatte, zeigte sich in den sozialen Medien reumütig.

Mercedes-Motorsportdirektor Toto Wolff sprach auch von einer «Tendenz in Richtung Georges Fehlverhalten», und betonte, dass jeder Nachwuchsfahrer das grössere Bild nicht aus den Augen verlieren dürfe. Auch Martin Brundle ist sich sicher, dass Russell, der zum Mercedes-Fahrerkader gehört, hätte vorsichtiger abwägen sollen, ob es sich lohnt, den Mercedes-Werksfahrer an jener riskanten Stelle anzugreifen.

Der frühere GP-Pilot und heutige TV-Experte schreibt in seiner Kolumne auf «Skysports.com»: «Dieser Crash gehört zu jener Sorte von Unfällen, bei denen ich mich wundere, dass sie nicht öfter vorkommen. Die Strecke hatte eine trockene Spur, und daneben war es noch feucht. Bottas wollte auf jener Spur bleiben, was sein gutes Recht ist, solange er genug Platz lässt, was r auch tat.»

«Ich stimme mit den Rennkommissaren überein, dass es angesichts der Streckenbedingungen generell ein normaler Zwischenfall war», stellt Brundle klar, und betont auch: «Ich kann keine Schuld bei Bottas erkennen, und Russell muss sich genau überlegen, ob er die Gefahr hätte erkennen und auf eine bessere Gelegenheit zum Überholen hätte warten sollen – und er muss auch über sein Verhalten nach dem Abflug nachdenken.»

Er wolle Russell seine Angriffslust nicht ausreden, doch gerade gegen einen Mercedes hätte der junge Williams-Pilot etwas überlegten vorgehen sollen, ist sich der Brite sicher. «Er hätte das Gesamtbild besser im Auge behalten und das Risiko besser abwägen sollen», kommt Brundle zum Schluss.

Imola-GP, Italien

01. Max Verstappen (NL), Red Bull Racing RB16B-Honda, 1:35:15,117 h
02. Lewis Hamilton (GB), Mercedes W12, +22,000 sec
03. Lando Norris (GB), McLaren MCL35M-Mercedes, +23,702
04. Charles Leclerc (MC), Ferrari SF21, +25,579
05. Carlos Sainz (E), Ferrari SF21, +27,036
06. Daniel Ricciardo (AUS), McLaren MCL35M-Mercedes, +51,220
07. Pierre Gasly (F), AlphaTauri AT02-Honda, +52,818
08. Lance Stroll (CDN), Aston Martin AMR21-Mercedes, +56,909
09. Esteban Ocon (F), Alpine A521-Renault, +1:05,704 min
10. Fernando Alonso (E), Alpine A521-Renault, +1:06,561
11. Sergio Pérez (MEX), Red Bull Racing RB16B-Honda, +1:07,151
12. Yuki Tsunoda (J), AlphaTauri AT02-Honda, +1:13,184
13. Kimi Räikkönen (FIN), Alfa Romeo C41-Ferrari, +1:34,773
14. Antonio Giovinazzi (I), Alfa Romeo C41-Ferrari, +1 Runde
15. Sebastian Vettel (D), Aston Martin AMR21-Mercedes, +2 Runden*
16. Mick Schumacher (D), Haas VF-21-Ferrari, +2 Runden
17. Nikita Mazepin (RUS), Haas VF-21-Ferrari, +2 Runden
* ausgeschieden, aufgrund der zurückgelegten Distanz aber gewertet
Out
Valtteri Bottas (FIN), Mercedes W12, Crash
George Russell (GB), Williams FW43B-Mercedes, Crash
Nicholas Latifi (CDN), Williams FW43B-Mercedes, Crash

WM-Stand nach 2 von 23 Rennen

Fahrer
1. Hamilton 44 Punkte
2. Verstappen 43
3. Norris 27
4. Leclerc 20
5. Bottas 16
6. Sainz 14
7. Ricciardo 14
8. Pérez 10
9. Stroll 5
10. Gasly 6
11. Tsunoda 2
12. Ocon 2
13. Alonso 1
14. Räikkönen 0
15. Giovinazzi 0
16. Russell 0
17. Vettel 0
18. Schumacher 0
19. Mazepin 0
20. Latifi 0

Marken
1. Mercedes 60
2. Red Bull Racing 53
3. McLaren 41
4. Ferrari 34
5. AlphaTauri 8
6. Aston Martin 5
7. Alpine 3
8. Alfa Romeo 0
9. Williams 0
10. Haas 0

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