Andreas Weißenbacher (BWT): Aston Martin in Pink

Von Gerhard Kuntschik
Der Salzburger Andreas Weißenbacher von Steiermark-GP-Titelsponsor BWT (Best Water Technology) spricht über Wasseraufbereitung, Nachhaltigkeit und pinkfarbene Aston Martin-Rennwagen.

Mit seinem pinkfarbenen Kapperl fällt er auf. Andreas Weißenbacher identifiziert sich mit seiner Firma vollständig, mit BWT (Best Water Technology). Wasseraufbereitung ist das weltweite Geschäftsfeld, die Welt durch Ressourcen-Schonung nachhaltiger zu machen, das ist sein persönliches Ziel.

Mittlerweile ist der 61jährige Salzburger aus dem Flachgauer Dorf Hintersee Chef von rund 5000 Mitarbeitern in der BWT-Zentrale Mondsee und rund um die Welt. Und einer der größten Unterstützer zahlreicher Sportarten und seit Kurzem auch der Hochkultur. Wenn er Fotos von Besuchen bei seinen Sportlern, von der Formel 1 bis zum Fußball, auf seinem Mobiltelefon zeigt, schwingt Begeisterung wie beim größten Fan mit. Klar ist der Formel-1-Fan live dabei in Spielberg, wo er beim Steiermark-GP mit BWT als Titelsponsor auftritt.

Andreas, wurdest du eigentlich schon mal als Pink Panther angesprochen?

Gute Frage. Bei uns ist das ein geflügeltes Wort. Die pinke Farbe ist mittlerweile nicht nur unser Markenzeichen, sondern hat auch eine gewisse Eleganz bekommen.

Wie bist du auf Rosa als Firmenfarbe gekommen?

Das geht auf eine Messe in Paris zurück. Ein Geschäftspartner meinte, ich hätte in Halle 4 einen zweiten Messestand, was ja doch etwas Luxus sei. Der gehörte aber gar nicht mir, und ich wurde neugierig. Da gab es wirklich Verwechslungsgefahr. Beim Heimflug nach Salzburg machte ich mir dann Gedanken, unseren Auftritt markant zu ändern, unverwechselbar zu machen. So wurde die ganze Firma auf pink umgefärbt.

Warum bist du so stark ins Sport- und nun auch im Kultursponsoring eingestiegen?

Es freut mich sehr, dass wir in Zukunft mit den Salzburger Festspielen, dieser herausragenden Organisation mit ihrer einzigartigen Präsidentin, arbeiten dürfen. Mit Künstlern und dem Publikum erreichen wir aus Salzburg heraus neue Schichten für unsere Ziele. Das langfristige Engagement in der Kultur ergänzt jenes im Sport vorzüglich.

Dass wir im Sport und speziell Motorsport so stark involviert sind, daran ist Willi Dörflinger (der Steirer war Vorstandschef von AT&S und ist Aufsichtsrat der HWA AG, die Redaktion) schuld. Der sagte: ‘Andreas, du musst für deine Firma etwas tun und in die DTM investieren.’ Ich fand, das sei nichts für mich. Dann saßen wir eine halbe Nacht zusammen, und am Ende gab es den pinken Mercedes in der DTM. Daraus wurden zwei, dann kam mit Lucas Auer ein Landsmann ins Auto. Danach begann ich, in die Formel 1 hineinzuschauen.

Im Motorsport sind wir heute in der DTM, im GT Masters, im Porsche Supercup, in der Formel 4. Und wir tun ja auch ein bisserl Skifahren, Skispringen, Eishockey-, Tennis-, Handball-, Volleyball- und natürlich Fußballspielen. Wir unterstützen Clubs und sind in Stadien präsent, von Linz bis Rennes in der Bretagne.

In der Formel 1 musstest du, als das pinke Racing Point-Team zur grünen Aston Martin-Werkmannschaft wurde, kürzertreten. Ist diese reduzierte Präsenz auf dem Wagen ein Kompromiss?

Aston Martin-Chef Lawrence Stroll versteht, dass mir das Herz blutet. Wäre der Aston Martin pink, hätte auch Titelsponsor Cognizant mehr Freude, weil der Wiedererkennungswert viel höher wäre. Geschäftlich gesehen war es falsch, historisch ist das britische Renngrün für viele sicher verständlich, für mich nicht. Der Aston Martin fällt im TV nicht auf.

Kannst du geschäftliche Auswirkungen des Sportsponsorings nachweisen?

Das ist immer ein Diskussionsthema, wie viel das Thema Emotion bringen kann. Fakt ist, dass wir ganz anders wahrgenommen werden als vor einigen Jahren, dass wir ein Bewusstsein für BWT als innovatives Unternehmen schaffen konnten. Deshalb werden wir alles daransetzen, dass die pinke Farbe auch in der Formel 1 erhalten bleibt. Ich bin Formel-1-CEO Stefano Domenicali dankbar, dass wir eine Übereinkunft für die beiden Rennen in Österreich als Titelsponsor erreichen konnten. Und natürlich Red Bull-Chef Dietrich Mateschitz, dass es in Spielberg ein wenig Pink gibt.

Wird es heuer noch andere Rennen mit BWT im Namen geben?

Das ist eine Frage der finanziellen Machbarkeit, wir müssen da sehr sorgsam sein. Wir sind jetzt einmal für die Gelegenheit in Österreich dankbar.

Wird BWT auch nächste Saison bei Aston Martin auf den Autos aufscheinen oder verhandelst du mit anderen Teams?

Wir haben mit Aston Martin eine sehr professionelle Kooperation. Ich verhandle nicht mit anderen Teams.

Was waren für dich der schönste Moment und die größte Enttäuschung?

Der schönste Moment war der Sahir-GP 2020 mit dem Sieg von Sergio Pérez. Auch weil ich beim Frühstück im Hotel am Renntag Sergio versprach, dass er heute gewinnen wird. Und er gewann! Die größte Enttäuschung? Dass ich bis dato Lawrence Stroll nicht davon überzeugen konnte, den Aston Martin pink zu machen. Nicht aus Egoismus, sondern aus reiner Ratio, weil ein pinker Bolide einfach mehr auffällt und wesentlich mehr Werbeeffekt bringt.

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