Ungarn-Sieger Esteban Ocon: «Kein Auge zugetan»

Von Mathias Brunner
Esteban Ocon in Ungarn

Esteban Ocon in Ungarn

Vor der Sommerpause hatte sich der Franzose Esteban Ocon in Ungarn zum 111. Sieger der Formel 1 gemacht. Der WM-Zehnte sagt, was er sich mit Alpine für die zweite Saisonhälfte vorgenommen hat.

Am 1. August 2021 hat Esteban Ocon einen Kindheitstraum erfüllt: Beim Grossen Preis von Ungarn hat er sich zum 111. GP-Sieger der Formel 1 gemacht, der 24-Jährige gewann sensationell für Alpine.

In den vergangenen 21 WM-Läufen haben die Formel-1-Fans spektakulären Sport geboten bekommen, darunter drei neue GP-Sieger: Pierre Gasly in Monza 2020, Sergio Pérez in Sakhir 2020 und nun Esteban Ocon 2021 auf dem Hungaroring. Zum Vergleich: Drei neue Sieger davor, dazu brauchte die Formel 1 85 Rennen (Charles Leclerc in Spa-Francorchamps 2019, Valtteri Bottas in Sotschi 2017, Max Verstappen in Barcelona 2016).

Der Ungarn-GP 2021 war der erste Sieg von Ocon seit seinem ersten Platz beim GP3-Hauptrennen von Barcelona am 9. Mai 2015, also seit mehr als sechs Jahren. Esteban blickt gerne auf Ungarn zurück: «Klar war dies ein verrücktes Rennen, aber es sind genau solche Läufe, welche für die Mittelfeldrennställe Chancen eröffnen, und dann musst du es schaffen, zur Stelle zu sein. Das war bei meinem zweiten Platz in Sakhir 2020 so, das war auf dem Hungaroring so. Und hier in Belgien haben wir jeden Tag eine Regenwahrscheinlichkeit von 90 Prozent.»

Wie ging es nach dem Sieg weiter? «Ich habe Sonntag nach kein Auge zugemacht, die Feier dauert bis in den nächsten Morgen. In der Rennwagenfabrik haben wir per Videokonferenz gefeiert, leider ist das heute nur so möglich. Jeder im Werk wollte sich mit der Trophäe fotografieren lassen! Es bedeutet mir viel, die Freude der Menschen zu sehen.»

«Aber das Bild, das mich am meisten bewegte: Ein Foto meiner Familie, wie sie alle in der guten Stube stehen und mit einem Gläschen auf mich anstossen. Das hat mich zu Tränen gerührt, weil ich weiss, was wir alles in Kauf nehmen mussten, damit ich es in die Formel 1 schaffen konnte.»

Wie ist das heute? Ocon am Circuit de Spa-Francorchamps: «Das Timing für meinen ersten GP-Sieg war perfekt, denn ich habe die letzten Wochen damit verbracht, zusammen mit meiner Familie und meinen Freunden zu entspannen und den Triumph so richtig auszukosten. Inzwischen fühlt sich der Sieg sehr real an.»

Auch als GP-Sieger hebt Ocon nicht ab. Der gegenwärtige WM-Zehnte sagt: «Natürlich wäre es fabelhaft, wenn uns nochmals ein solcher Coup gelänge, aber wir sind da ganz realistisch. Bei einem normalen Rennverlauf ist damit nicht zu rechnen. Ich selber bin jegtzt zwar GP-Sieger, aber ich bin noch immer der Gleiche. Was mich besonders freut – die harte Arbeit all unserer Fachkräfte beginnt sich auszuzahlen, und die Menschen sind hungrig auf mehr!»

Ocon ist also der 14. GP-Sieger aus Frankreich. Gab es von den früheren Gewinnern Reaktionen? Esteban auf diese Frage von SPEEDWEEK.com: «Ja, es haben sich Einige gemeldet. Jean Alesi hat mir eine sehr lustige Nachricht geschickt, die mich schmunzeln liess, aber fast noch besser war es, in Le Mans am vergangenen Wochenende Olivier Panis zu sehen und etwas mit ihm sprechen zu können. Ich mag das ohnehin besser, wenn ich Auge in Auge mit den Menschen bin. Ich habe wirklich sehr viele Nachrichten erhalten nach meinem ersten Sieg, und um ehrlich zu sein, bin ich immer noch damit beschäftigt, allen Antwort zu geben.»

Die GP-Sieger aus Frankreich

Alain Prost 51 Siege
René Arnoux 7
Jacques Laffite 6
Didier Pironi 3
Maurice Trintignant 2
Patrick Depailler 2
Jean-Pierre Jabouille 2
Patrick Tambay 2
François Cevert 1
Jean-Pierre Beltoise 1
Jean Alesi 1
Olivier Panis 1
Pierre Gasly 1
Esteban Ocon 1

Ungarn-GP, Budapest

01. Esteban Ocon (F), Alpine A521-Renault, 1:40:00,248h
02. Lewis Hamilton (GB), Mercedes W12, +2,736
03. Carlos Sainz (E), Ferrari SF21, +15,018
04. Fernando Alonso (E), Alpine A521-Renault, +15,651
05. Pierre Gasly (F), AlphaTauri AT02-Honda, +1:03,614 min
06. Yuki Tsunoda (J), AlphaTauri AT02-Honda, +1:15,803
07. Nicholas Latifi (CDN), Williams FW43B-Mercedes, +1:17,910
08. George Russell (GB), Williams FW43B-Mercedes, +1:19,094
09. Max Verstappen (NL), Red Bull Racing RB16B-Honda, +1:20,244
10. Kimi Räikkönen (FIN), Alfa Romeo C41-Ferrari, +1 Runde
11. Daniel Ricciardo (AUS), McLaren MCL35M-Mercedes, +1 Runde
12. Mick Schumacher (D), Haas VF-21-Ferrari, +1 Runde
13. Antonio Giovinazzi (I), Alfa Romeo C41-Ferrari, +1 Runde
Out
Nikita Mazepin (RUS), Haas VF-21-Ferrari, Kollision
Lando Norris (GB), McLaren MCL35M-Mercedes, Kollision
Sergio Pérez (MEX), Red Bull Racing RB16B-Honda, Kollision
Lance Stroll (CDN), Aston Martin AMR21-Mercedes, Kollision
Charles Leclerc (MC), Ferrari SF21, Kollision
Valtteri Bottas (FIN), Mercedes W12, Kollision
Sebastian Vettel (D), Aston Martin AMR21-Mercedes, Disqualifikation, zu wenig Sprit

WM-Stand nach 11 von 23 Rennen

Fahrer
1. Hamilton 195 Punkte
2. Verstappen 187
3. Norris 113
4. Bottas 108
5. Pérez 104
6. Sainz 83
7. Leclerc 80
8. Gasly 50
9. Ricciardo 50
10. Ocon 39
11. Alonso 38
12. Vettel 30
13. Tsunoda 18
14. Stroll 18
15. Latifi 6
16. Russell 4
17. Räikkönen 2
18. Giovinazzi 1
19. Schumacher 0
20. Mazepin 0

Teams
1. Mercedes 303
2. Red Bull Racing 291
3. Ferrari 163
4. McLaren 163
5. Alpine 77
6. AlphaTauri 68
7. Aston Martin 48
8. Williams 10
9. Alfa Romeo 3
10. Haas 0

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