Mattia Binotto (Ferrari): Nichts geht über Gesundheit

Von Mathias Brunner
Formel 1
Mattia Binotto

Mattia Binotto

​Ferrari-Teamchef Mattia Binotto erzählt von der schwierigen Situation in Italien, jenem europäischen Land mit den meisten Covid-19-Erkrankten. «Nichts geht über die Gesundheit, wir machen uns grosse Sorgen.»

Italien bleibt das europäische Epizentrum der Corona-Pandemie, mit 35.713 Covid-19-Kranken und 2978 Todesfällen. «Nichts geht über Gesundheit», sagt Ferrari-Teamchef Mattia Binotto gegenüber der offiziellen Formel-1-Seite, «das Wohlergehen der Menschen muss absolute Priorität haben.»

«Wir hatten es geschafft, nach Melbourne zu reisen, auch wenn schon das schwierig war. Wir mussten einige Flugpläne umstellen, um von Italien nach Australien zu gelangen. Aber wir machen uns grosse Sorgen darüber, was derzeit in unserem Land passiert.»

«Wir haben in Italien zahlreiche Beschränkungen auferlegt bekommen, um das Risiko einer Ansteckung zu verringern. Alles hängt in der Luft. Bevor wir das Ferrari-Werk dichtgemacht haben, versuchten wir, das Entwicklungsprogramm einem möglichen WM-Kalender 2020 anzupassen. Nun können wir nichts tun als warten. Wir müssen sehen, wie sich die Coronavirus-Krise weiter auf die Welt auswirkt.»

Der 50jährige Italiener weiter: «Erst wenn wir ein klareres Bild haben, können wir entscheiden, wie wir in Sachen Entwicklung weitermachen. In dieser heiklen Phase haben der Autosport-Weltverband FIA und die Formel-1-Führung unsere volle Unterstützung. Auch wir wollen so bald als möglich Rennen fahren, aber die Voraussetzungen müssen stimmen.»

«Wir müssen dieser Krise mit aller Ernsthaftigkeit und Entschlossenheit begegnen. Wir müssen Familienzusammenhalt beweisen und frische Energie schöpfen. Die Werke drei Wochen lang zuzusperren, wird dabei helfen. Das anvisierte Programm danach wird hart genug.»

«Für 19. März ist eine Videokonferenz mit allen Teamchefs, der FOM und der FIA geplant. Wir wollen die Situation besprechen und erörtert, wie ein komprimierter WM-Plan aussehen könnte.»

«Wir wollen auch auf den Tisch bringen, welche Auswirkungen die Krise auf die Saison 2021 hat, in welcher wir ja mit ganz neuen Autos fahren wollten. Wir müssen sorgfältig abwägen, ob es nicht vielleicht sinnvoller wäre, mit diesen neuen Autos bis 2022 zu warten. Dies ist keine Zeit der Selbstsucht und des Taktierens, jetzt sind verantwortungsvolle Entscheidungen im Sinne des Sports gefragt.»

Der Formel-1-Kalender 2020

03. Mai: Zandvoort, Circuit Park Zandvoort/NL (fraglich)
10. Mai: Montmeló bei Barcelona, Circuit de Barcelona-Catalunya/E (fraglich)
24. Mai: Monte Carlo, Circuit de Monaco/MC (fraglich)
07. Juni Aserbaidschan, Baku City Circuit/AZ
14. Juni: Montreal, Circuit Gilles Villeneuve/CDN
28. Juni: Le Castellet, Circuit Paul Ricard/F
05. Juli: Spielberg, Red Bull Ring/A
19. Juli: Silverstone, Silverstone Circuit/GB
02. August: Mogyoród bei Budapest, Hungaroring/H
30. August: Francorchamps, Circuit de Spa-Francorchamps/B
06. September: Monza, Autodromo Nazionale/I
20. September: Singapur, Marina Bay Street Circuit/SGP
27. September: Sotschi, Sochi Autodrom/RUS
11. Oktober: Suzuka, Suzuka Circuit/J
25. Oktober: Austin, Circuit of the Americas/USA
1. November: Mexico City, Autódromo Hermanos Rodríguez/MEX
15. November: São Paulo, Autódromo José Carlos Pace/BR
29. November: Abu Dhabi, Yas Marina Circuit/UAE

Ohne neuen Termin
Shanghai, Shanghai International Circuit/RCH
Melbourne, Albert Park Circuit/AUS
Bahrain, Bahrain International Circuit/BRN
Hanoi, Street Circuit Hanoi/VN

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