Formel 1: Selbst Nico Hülkenberg war überrascht

Fernando Alonso: So hält er der FIA den Spiegel vor

Von Mathias Brunner
Antonio Giovinazzi gegen Fernando Alonso

Antonio Giovinazzi gegen Fernando Alonso

Das leidige Thema Pistengrenzen. Weltmeister Damon Hill glaubt: Superstar Fernando Alonso hält den Regelhütern der FIA mit provokantem Verhalten den Spiegel vor – um etwas zum Besseren zu bewirken.

Die Formel 1 und das leidige Thema Pistengrenzen. Die Reaktionen der GP-Fans zeigen: Sie sind es leid, dass es in einigen Kurven erlaubt ist, die weisse Linie der Pistenbegrentzung zu übertreten und in anderen nicht. Auch die Fahrer sind mit dieser Lösung nicht glücklich. Ebenso wenig über die Einschätzung der Rennkommissare und der Rennleitung, wenn es darum geht, Pistensünden zu ahnen.

Der sechsfache GP-Sieger Ralf Schumacher hat das sehr schön auf den Punkt gebracht, er sagte zu SPEEDWEEK.com: «Wir alle schreien ja danach, dass wir nicht ständig über Strafen wegen Verlassens der Piste diskutieren müssen. Ich nehme da immer als extremes Beispiel die Leitschienen von Monte Carlo und die Betonmauern von Baku. Entschuldigung, dort bleiben die Fahrer auch brav auf der Bahn, also was soll das?»

«Wenn die Piloten sich in Monaco und Aserbaidschan an Pistengrenzen halten können, dann müssen sie das eben auch auf anderen Pisten können. Wenn jemand für das Verlassen der Piste bestraft wird, dann finde ich das gut. Leider haben wir hier keine Optimallösung. Wir haben teils flache Randsteine und wir haben diese ganz hohen Kerbs, die hier in einigen Kurven angebracht sind. Dann geht eben etwas kaputt, wenn man es übertreibt. Es sind ja Bestrebungen im Gange, dass die Autos der kommenden Generation 2022 nicht mehr so fragil sind und auch solch einen Randsteinritt aushalten. In anderen Rennserien geht es ja auch.»

«Ich bin ganz bei der harten Linie, die Rennleiter Michael Masi hier fährt. Die Fahrer müssen sich darauf einstellen. Wenn sie übertreiben, dann müssen sie sich des Risikos bewusst sein, eine Runde zu verlieren, ein Qualifying zu verpatzen oder ein gutes Rennergebnis einzubüssen.»

Einer, der den Regelhütern immer wieder den Spiegel vorhält, was das Ausreizen des Reglements angeht, ist Fernando Alonso. Nach dem Russland-GP monierte der zweifache Formel-1-Champion, die  Urteile der FIA seien unfair. In Texas bezichtigte Alonso die Offiziellen der Willkür.

Auch Damon Hill ist aufgefallen, wie Alonso immer wieder in Graubereichen des Reglements fischt, um auf Missstände aufmerksam zu machen. Der 61-jährige Engländer sagt im Podcast F1 Nation: «In Austin beispielsweise griff Fernando den Alfa-Piloten Giovinazzi aus einer Position an, aus welcher er die folgende Kurve unmöglich schaffen konnte. Er wusste genau, dass er neben der Bahn landen und eine Diskussion provozieren würde. Das war zwar unglaublich unterhaltend, aber ist es auch fair?»

Hill, 1996 mit Williams Formel-1-Weltmeister geworden, ist der Ansicht: «Die Debatte ist – wer neben die Bahn gedrängt wird, aber auf dem Gas und damit vor dem Gegner bleibt, ist dieser Pilot dann berechtigterweise noch vorne? Ich finde nicht, dass wir dazu bislang eine befriedigende Antwort gefunden haben. Und Fernando lotet hier die Untiefen gnadenlos aus.»

USA-GP, Austin

01. Max Verstappen (NL), Red Bull Racing RB16B-Honda, 1:34:36,982h
02. Lewis Hamilton (GB), Mercedes W12, +1,333 sec
03. Sergio Pérez (MEX), Red Bull Racing RB16B-Honda, +42,233
04. Charles Leclerc (MC), Ferrari SF21, +52,246
05. Daniel Ricciardo (AUS), McLaren MCL35M-Mercedes, +1:16,854 min
06. Carlos Sainz (E), Ferrari SF21, +1:20,128
07. Valtteri Bottas (FIN), Mercedes W12, +1:23,545
08. Lando Norris (GB), McLaren MCL35M-Mercedes, +1:24,395
09. Yuki Tsunoda (J), AlphaTauri AT02-Honda, +1 Runde
10. Sebastian Vettel (D), Aston Martin AMR21-Mercedes, +1 Runde
11. Antonio Giovinazzi (I), Alfa Romeo C41-Ferrari, +1 Runde
12. Kimi Räikkönen (FIN), Alfa Romeo C41-Ferrari, +1 Runde
13. Lance Stroll (CDN), Aston Martin AMR21-Mercedes, +1 Runde
14. George Russell (GB), Williams FW43B-Mercedes, +1 Runde
15. Nicholas Latifi (CDN), Williams FW43B-Mercedes, +1 Runde
16. Mick Schumacher (D), Haas VF-21-Ferrari, +2 Runden
17. Nikita Mazepin (RUS), Haas VF-21-Ferrari, +2 Runden
Out
Pierre Gasly (F), AlphaTauri AT02-Honda, Hinterradaufhängung
Esteban Ocon (F), Alpine A521-Renault, Aufgabe
Fernando Alonso (E), Alpine A521-Renault, Heckflügel

WM-Stand nach 17 von 22 Rennen

Fahrer
1. Verstappen 287.5 Punkte
2. Hamilton 275.5 Punkte
3. Bottas 185
4. Pérez 150
5. Norris 149
6. Leclerc 128
7. Sainz 122.5
8. Ricciardo 105
9. Gasly 74
10. Alonso 58
11. Ocon 46
12. Vettel 36
13. Stroll 26
14. Tsunoda 20
15. Russell 16
16. Latifi 7
17. Räikkönen 6
18. Giovinazzi 1
19. Schumacher 0
20. Kubica 0
21. Mazepin 0

Teams
1. Mercedes 460.5
2. Red Bull Racing 437.5
3. McLaren 254
4. Ferrari 250.5
5. Alpine 104
6. AlphaTauri 94
7. Aston Martin 62
8. Williams 23
9. Alfa Romeo 7
10. Haas 0

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