Formel 1: Selbst Nico Hülkenberg war überrascht

Michael Andretti und Alfa Romeo: Interesse erloschen

Von Mathias Brunner
Mario Andretti 1981 im Alfa Romeo

Mario Andretti 1981 im Alfa Romeo

Gross die Aufregung, als durchsickerte: Michael Andretti wolle sich bei jenem Rennstall einkaufen, der als Sauber gegründet wurde und heute als Alfa Romeo antritt. Aber das Interesse scheint erloschen zu sein.

Es schien auf eine Traumhochzeit hinauszulaufen: Der Name Andretti wieder zurück in der Formel 1, dank Rennstallbesitzer Michael Andretti als Teilhaber jenes Teams, das einst von Peter Sauber gegründet worden war und heute in der Königsklasse unter dem Namen Alfa Romeo antritt.

Das Timing schien perfekt. Das Interesse in den USA an der Formel 1 wächst, die Netflix-Serie «Drive to Survive» hat hier Benzin ins Feuer gegossen, Fahrer wie Charles Leclerc sagen: «Vor wenigen Jahren erkannte uns in den Strassen von Austin keiner, nun werden wir auf Schritt und Tritt angesprochen.» Der Austin-GP fand vor 140.000 Fans statt.

Neben dem USA-GP in Texas kommt 2022 ein WM-Lauf in Miami, für 2023 ist ein Rennen in Las Vegas angedacht, eine Delegation aus dem Spielerparadies besuchte den WM-Lauf bei Austin (Texas).

Eine Weile wurde sogar spekuliert: Ein Abkommen zwischen Michael Andretti und dem Schweizer Rennstall (heute in Besitz des Tetra Pak-Erben Finn Rausing) würde schon in Austin verkündet, und Andretti-Fahrer Colton Herta würde der kommende US-amerikanische Formel-1-Pilot.

Dazu gibt es eine schöne historische Vorgeschichte: Michael Andrettis Vater, die US-amerikanische Rennlegende Mario Andretti, war 1981 Werksfahrer von Alfa Romeo in der Formel 1.

Aber zu all dem wird es so wohl nicht kommen. Denn von Anfang an gingen im Verwaltungsrat der Sauber-Mutterfirma Islero Investments die Meinungen auseinander, ob eine Beteiligung in Höhe von 80 Prozent von Andretti der richtige Weg sei. Je länger das Austin-Wochenende dauerte, desto mehr sickerte durch – das Interesse von Michael Andretti erkaltet, nun scheint es gänzlich erloschen zu sein.

Es geht um eine finanzielle Garanie, welche Michael Andretti über den Kaufpreis für die erwähnten 80 Prozent hinaus hätte hinterlegen müssen. Letztlich war das Preisschild von Rausing für Andretti wohl doch zu gross.

Ein Sprecher von Andretti Autosport bleibt bei dieser Version: «Es ist kein Geheimnis, dass die Formel 1 Michael Andretti seit längerem interessiert. Im Laufe der Jahre haben sich zahlreiche Optionen ergeben, aber derzeit gibt es nichts Neues zu berichten. Sollte sich eine richtige Gelegenheit ergeben, den Namen Andretti in die Königsklasse zurück zu bringen, so würden wir das tun. Aber diese Gelegenheiten sind noch nicht da, und so konzentrieren wir uns derzeit auf die anderen Rennkategorien.»

2016 ging der von Peter Sauber gegründete Rennstall in die Hände der Westschweizer Investmentfirma Longbow Finance über, ein Unternehmen der schwedischen Erben des Verpackungskonzerns Tetra Pak. 2018 rückte der Rennstall in die neu gegründete Firma Islero Investments, mit Tetra Pak-Erbe und Renn-Fan Finn Rausing im Verwaltungsrat (neben Longbow-Leiter Pascal Picci, Teamchef Fred Vasseur, Fahrer-Manager und Anwalt Allessandro Alunni Bravi sowie Anwalt Ernst Walch).

Immer wieder wurde darüber spekuliert, dass die Schweden den GP-Rennstall abstossen werden, wenn sich dafür die richtige Gelegenheit bieten würde. Offenbar ist der 2002 von Michael gegründete Rennstall Andretti Autosport nicht die richtige Gelegenheit.

USA-GP, Austin

01. Max Verstappen (NL), Red Bull Racing RB16B-Honda, 1:34:36,982h
02. Lewis Hamilton (GB), Mercedes W12, +1,333 sec
03. Sergio Pérez (MEX), Red Bull Racing RB16B-Honda, +42,233
04. Charles Leclerc (MC), Ferrari SF21, +52,246
05. Daniel Ricciardo (AUS), McLaren MCL35M-Mercedes, +1:16,854 min
06. Carlos Sainz (E), Ferrari SF21, +1:20,128
07. Valtteri Bottas (FIN), Mercedes W12, +1:23,545
08. Lando Norris (GB), McLaren MCL35M-Mercedes, +1:24,395
09. Yuki Tsunoda (J), AlphaTauri AT02-Honda, +1 Runde
10. Sebastian Vettel (D), Aston Martin AMR21-Mercedes, +1 Runde
11. Antonio Giovinazzi (I), Alfa Romeo C41-Ferrari, +1 Runde
12. Kimi Räikkönen (FIN), Alfa Romeo C41-Ferrari, +1 Runde
13. Lance Stroll (CDN), Aston Martin AMR21-Mercedes, +1 Runde
14. George Russell (GB), Williams FW43B-Mercedes, +1 Runde
15. Nicholas Latifi (CDN), Williams FW43B-Mercedes, +1 Runde
16. Mick Schumacher (D), Haas VF-21-Ferrari, +2 Runden
17. Nikita Mazepin (RUS), Haas VF-21-Ferrari, +2 Runden
Out
Pierre Gasly (F), AlphaTauri AT02-Honda, Hinterradaufhängung
Esteban Ocon (F), Alpine A521-Renault, Aufgabe
Fernando Alonso (E), Alpine A521-Renault, Heckflügel

WM-Stand nach 17 von 22 Rennen

Fahrer
1. Verstappen 287.5 Punkte
2. Hamilton 275.5 Punkte
3. Bottas 185
4. Pérez 150
5. Norris 149
6. Leclerc 128
7. Sainz 122.5
8. Ricciardo 105
9. Gasly 74
10. Alonso 58
11. Ocon 46
12. Vettel 36
13. Stroll 26
14. Tsunoda 20
15. Russell 16
16. Latifi 7
17. Räikkönen 6
18. Giovinazzi 1
19. Schumacher 0
20. Kubica 0
21. Mazepin 0

Teams
1. Mercedes 460.5
2. Red Bull Racing 437.5
3. McLaren 254
4. Ferrari 250.5
5. Alpine 104
6. AlphaTauri 94
7. Aston Martin 62
8. Williams 23
9. Alfa Romeo 7
10. Haas 0

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