Max Verstappen: «Rekorde interessieren mich nicht»

Von Mathias Brunner
Formel 1

​Red Bull Racing-Pilot Max Verstappen hat sich bereits in die Rekordbücher der Formel 1 gepfeffert, weitere Rekorde werden fallen. Dabei verrät der Niederländer: «Rekorde interessieren mich nicht.»

Als 17-Jähriger gab Max Verstappen sein Formel-1-Debüt, beim Australien-GP 2015 in Melbourne, es ist ein Rekord für die Ewigkeit. Denn die Beförderung von Verstappen aus der Formel 3 direkt in die Formel 1 erzeugte damals so viel Wirbel, dass beim Autoverband FIA neue Richtlinien erlassen wurden, in welcher Weise ein Pilot den Formel-1-Führerschein Superlizenz erhalten sollte.

2016 zündete Red Bull für den jungen Max den Turbo: Vor dem Spanien-GP wurde das Riesentalent auf Kosten von Daniil Kvyat von Toro Rosso zu Red Bull Racing geholt, an die Seite von Daniel Ricciardo. Dann geschah ein Märchen, wie es nur die Formel 1 schreiben kann: Nach der Kollision der Mercedes-Fahrer Rosberg und Hamilton in der ersten Runde fuhr Verstappen sensationell als Erster durchs Ziel und machte sich damit zum jüngsten GP-Sieger aller Zeiten.

Bis Ende 2020 hat Verstappen Zeit, sich zum jüngsten Formel-1-Weltmeister zu machen. Die Bestmarke hält derzeit Sebastian Vettel mit 23 Jahren und 134 Tagen aus Abu Dhabi 2010. Aber erstaunlicherweise sagt Verstappen selber auf seiner Homepage: «Ich achte nicht auf Rekorde, es ist zu früh in meiner Karriere, um mich darauf zu konzentrieren. Wenn wir das beste Auto haben, dann kommen weitere Bestmarken wie von selber.»

Michael Schumacher gab seinen Mechanikern einst Uhren, um sie bei Laune zu halten, Max’ Papa Jos Verstappen überraschte seine fleissigen Schrauber schon mal mit einer HiFi-Anlage. Was hat sich zu diesem Thema Max einfallen lassen? Der dreifache GP-Sieger sagt: «Zum Schluss der vergangenen Saison haben alle ein Modellauto erhalten. Also nicht nur die Mechaniker, alle Mitarbeiter im ganzen Red Bull Racing-Werk, das sind ziemlich viele Modelle geworden! Aber ich glaube, sie haben diese Geste zu schätzen gewusst.»

Für sich selber hat Max kein Modell zur Seite gelegt: «Ich sammle keine Automodelle. Papa hat eine stattliche Sammlung. Doch mich hat das nie besonders interessiert.»

Die Fans aber schon. Vor kurzem hat im niederländischen Swalmen sogar der erste «Max Verstappen Store» aufgemacht, und der Rennfahrer sagt: «Es war schön zu sehen, dass so viele Menschen gekommen sind. Ich habe auch noch nie meinen Toro-Rosso-Renner in einem Laden gesehen, da ist schon sehr cool.»

Die nächste Stufe nach einem eigenen Laden müsste eigentlich das eigene Museum sein, so wie es Fernando Alonso hat. Max Verstappen meint: «Vielleicht machen wir so etwas später. Wir sammeln jedenfalls schon mal die ganzen Rennfahrzeuge. Ich könnte morgen ein Museum aufmachen, aber viel zu sehen gäbe es nicht! Klar könnte ich jede Menge Kartmemorabilien ausstellen, aber viele Rennautos habe ich ja noch nicht bewegt.»

Wir haben mal nachgeschaut: Ein Renner aus den «Florida Winter Series 2014», ein Formel-3-Auto aus der Europameisterschaft 2014, dann folgen schon fünf GP-Renner – die Toro-Rosso-Autos von 2014, 2015 und 2016, die RBR-Boliden von 2016 und 2017. Macht also sieben Rennwagen.

Fernando Alonso sitzt immer wieder im Rennkart. Hand aufs Herz: Vermisst Max Verstappen den Kartsport? «Was ich am Kart so lässig finde – du fährst zur Strecke, steigst ein und fährst los. Es gibt nichts, was dich hindert. Alles ist ein wenig entspannter. Aber um ehrlich zu sein, sass ich seit fast eineinhalb Jahren nicht mehr im Rennkart. Ich habe einfach keine Zeit. Nicht mal im Winter, da bin ich am Trainieren.»

Dennoch ist Verstappen vor kurzem gegen DJ Martin Garrix gefahren. Max lacht: «Das war Indoor-Karting, das ist nicht ganz das Gleiche. Er war nicht übel. Jedenfalls war er im Kart besser als ich es als DJ wäre! Ich habe darin null Erfahrung, ich glaube nicht, dass ich ein Set durchhalten würde.»

Die Briten sind bekannt für ihren teilweise ein wenig skurrilen Humor. Hat das Max je zu spüren bekommen? «Nein, eigentlich nicht. Wir haben Spass zusammen, aber wir sind jetzt nicht die Streiche-Weltmeister. Wir amüsieren uns einfach über gewisse Dinge und ziehen die ein wenig durch den Kakao.»

Bald stehen zum Saisonbeginn einige Langstreckenflüge auf dem Programm, Verstappen meint: «Ich werde viel schlafen und einige Filme gucken. Ich habe versucht, mit der PlayStation FIFA zu spielen, aber das geht im Flugzeug nicht so richtig. Und ich habe es wirklich versucht! Wenigstens klappt es hier im Hotelzimmer.»

Wie geht Max mit dem Dauerthema Jetlag um? «Vielleicht wird es schlimmer, wenn ich älter werde. Gegenwärtig macht mir das nicht viel aus. Vielleicht liegt das auch daran, dass ich im Flieger sehr gut schlafen kann. Und ich lege die Flüge immer so, dass ich mich nach meiner Ankunft akklimatisieren kann. Wenn ich dann ins Rennauto einsteige, bin ich top-fit.»

Barcelona-Test, Tag 2 (Dienstag)

1. Sebastian Vettel (D), Ferrari SF71H, 1:19,673 (98)
2. Valtteri Bottas (FIN), Mercedes W09 EQ Power+, 1:19,976 (94)
3. Stoffel Vandoorne (B), McLaren MCL33-Renault, 1:20,325 (37)
4. Max Verstappen (NL), Red Bull Racing RB14-TAG Heuer, 1:20,326 (67)
5. Carlos Sainz (E), Renault R.S.18, 1:21,212 (65)
6. Pierre Gasly (F), Toro Rosso STR13-Honda, 1:21,318 (80)
7. Robert Kubica (PL), Williams FW41-Mercedes, 1:21,495 (41)
8. Sergey Sirotkin (RU), Williams FW41-Mercedes, 1:21,822 (52)
9. Esteban Ocon (F), Force India VJM11-Mercedes, 1:21,841 (79)
10. Charles Leclerc (MC), Sauber C37-Ferrari, 1:22,721 (81)
11. Kevin Magnussen (DK), Haas VF-18-Ferrari, 1:22,727 (32)

Barcelona-Test, Tag 1 (Montag)

1. Daniel Ricciardo (AUS), Red Bull Racing RB14-TAG Heuer, 1:20,179 (103 Runden)
2. Valtteri Bottas (FIN), Mercedes W09 EQ Power+, 1:20,349 (58)
3. Kimi Räikkönen (FIN), Ferrari SF71H, 1:20,506 (80)
4. Nico Hülkenberg (D), Renault R.S.18, 1:20,547 (73)
5. Fernando Alonso (E), McLaren MCL33-Renault, 1:21,339 (47)
6. Carlos Sainz (E), Renault R.S.18, 1:22,168 (26)
7. Lewis Hamilton (GB), Mercedes W09 EQ Power+, 1:22,327 (25)
8. Brendon Hartley (NZ), Toro Rosso STR13-Honda, 1:22,371 (93)
9. Lance Stroll (CDN), Williams FW41-Mercedes, 1:22,452 (46)
10. Romain Grosjean (F), Haas VF-18-Ferrari, 1:22,578 (55)
11. Marcus Ericsson (S), Sauber C37-Ferrari, 1:23,408 (63)
12. Nikita Mazepin (RU), Force India VJM11-Mercedes, 1:25,628 (22)
13. Sergey Sirotkin (RU), Williams FW41-Mercedes, 1:44,148 (23)

Die wichtigsten Termine 2018

Wintertests
26. Februar bis 1. März: Circuit de Barcelona-Catalunya
6. bis 9. März: Circuit de Barcelona-Catalunya

Testfahrten innerhalb der Saison
15./16. Mai: Circuit de Barcelona-Catalunya
31. Juli/1. August: Hungaroring

Formel-1-WM
25. März: Australien (Melbourne)
8. April: Bahrain (Sakhir)
15. April: China (Shanghai)
29. April: Aserbaidschan (Baku)
13. Mai: Spanien (Barcelona)
27. Mai: Monaco (Monte Carlo)
10. Juni: Kanada (Montreal)
24. Juni: Frankreich (Le Castellet)
1. Juli: Österreich (Spielberg)
8. Juli: Grossbritannien (Silverstone)
22. Juli: Deutschland (Hockenheim)
29. Juli: Ungarn (Budapest)
26. August: Belgien (Spa-Francorchamps)
2. September: Italien (Monza)
16. September: Singapur
30. September: Russland (Sotschi)
7. Oktober: Japan (Suzuka)
21. Oktober: USA (Austin)
28. Oktober: Mexiko (Mexiko-Stadt)
11. November: Brasilien (São Paulo)
25. November: Abu Dhabi (Insel Yas)

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